| Zentrum für Lehrerfortbildung in deutscher Sprache Mediasch Centrul pentru Formarea Continuă în Limba Germană | ![]() |
Die Sprachwissenschaft geht davon aus, dass das Erlernen der zweiten Sprache ähnlich funktioniert wie das Sprechenlernen, nur dass das Kind bestimmte Phasen, die es beim Sprechenlernen durchlaufen musste, jetzt überspringen kann, weil es sich geistig schon weiterentwickelt hat.
Hat das Kind beispielsweise mit etwa zwei Jahren noch von sich in der dritten Person gesprochen - „Monika spielt!" - wird es dies jetzt nicht mehr tun und den Satz normalerweise korrekt übersetzen, also „Ich spiele!". Von seiner Muttersprache her weiß das Kind, dass man in Sätzen spricht.
Aufgrund seiner bereits erworbenen Kenntnisse in der Muttersprache weiß das Kind, dass jede sprachliche Äußerung in eine bestimmte Satzstruktur gekleidet werden muss.
Es handelt sich um eine Art „Transfersystem" aus einer Sprache - Muttersprache - in die zweite Sprache.
Das Kind lernt die Zweitsprache erfahrungsgemäß in mehreren Phasen:
Direkt zu korrigieren, wenn die Kinder falsch sprechen, ist nicht immer konstruktiv und kann unnötige Frustrationen hervorrufen. Der diplomatischere Weg ist sicher die indirekte Korrektur durch korrektives Feedback d.h. die richtige Rückformulierung in Form einer Feststellung oder Frage.
In der ersten Zeit lässt sich über Mimik, Gestik und Verhalten eine nonverbale Kommunikation mit den Kindern aufbauen, auch sie ist ein Bestandteil der Sprachförderung.
Mit jedem Fortschritt in der Sprachentwicklung entfernt sich das Kind ein kleines Stück vom Zustand totaler Abhängigkeit und bewegt sich in Richtung Mündigkeit.
Sprache bietet Möglichkeiten zur Selbsthilfe. Sprache soll aber dem Kind nicht nur in der Zukunft sondern schon in der Gegenwart nützen. Drei große Lernfelder sind zu nennen:
Spracherziehung der Kinder setzt Selbsterziehung des Erziehers voraus.
Manche Erzieher merken nämlich gar nicht, dass sie auf die Kinder einreden, ohne ein bestimmtes Kind zu meinen oder eine Antwort zu erwarten. Sie sehen nicht, dass sie auf manche Kinder freundlich eingehen, andere mit kurzen Bemerkungen abspeisen.
Der Erzieher muss sich selbst kritisch beobachten und feststellen, wieviel er im Lauf eines Vormittages zugehört hat, wieviele Fragen er freundlich beantwortet hat, wie oft er den Kindern etwas erzählt hat, wie oft er sich mit einzelnen Kindern unterhalten hat, wie oft er mit den Kindern gelacht hat.
Im Kindergarten müssen die Kinder erfahren, dass Sprache auch eine Form von Zärtlichkeit sein kann - „Du, ich freu´ mich, dass du wieder da bist!“ - und dass man an Sprache Vergnügen haben kann (Witze, Kinderreime).
Das Kind ahmt Laute und Lautkombinationen, die es hört, nach. Die Bezugsperson sollte dementsprechend möglichst deutlich und fehlerfrei sprechen.
Der Erzieher sollte sich bei der Gesprächsführung an folgende Regeln halten:
Ein Kind oder der Spielleiter wirft einem anderen Kind ein Tuch zu und sagt: Ich brauche was zum Waschen. Das angesprochene Kind wirft das Tuch mit einer passenden Antwort zurück (Waschlappen).
bürsten - Bürste; Nägel schneiden - Nagelschere; Nase putzen - Taschentuch; eincremen - Creme; usw.
Kind: Meine Tante aus Amerika ist gekommen.
Alle: Was hat sie dir denn mitgebracht?
Kind: (z.B.) ein Eis!
Alle lecken pantomimisch an einem Eis.
Das nächste Kind: Meine Tante aus Amerika ist gekommen...
(Fortsetzung in der nächsten Nummer)
(Bilder aus der Zeitschrift/imagini din revista)